AlterUni

Gestern haben sich interessierte Menschen getroffen, um über die Zukunft der AlternativUni zu reden.
Die AlternativUni hat es in den Jahren 2005, 2006, 2008 und 2009 gegeben und soll, wenn es geht, auch im nächsten Jahr wieder statt finden. Der alte Kreis der Organisatoren würde sich freuen, wenn wieder Leute nachrücken um das Projekt am Leben zu halten.
Gestern wurden sich schon viel Gedanken über das zeitlich-räumliche aber auch das inhaltliche Konzept gemacht.
Ideen waren u.a. die AlterUni zu dezentralisieren und über den Zeitraum von einer Woche hinaus stattfinden zu lassen. Oder noch dieses Jahr im November und Dezember kleinere Veranstaltungen unter dem Label AlterUni zu machen und perspektivisch auf eine komplette Woche im Frühjahr 2011 hinzuarbeiten.
Bei der Diskussion um mögliche Inhalte hat sich gezeigt, dass es viele Ideen gibt, aber das Label, unter welchem diese laufen könnten nicht ganz klar ist. Eine Idee war, das ganze unter dem Motto „Aus dem Alltag ausbrechen“ laufen zu lassen und darüber auch zu versuchen andere gesellschaftliche Akteure von außerhalb der Uni stärker einzubinden. Das steht allerdings noch nicht fest und andere Mottos dürfen gern vorgeschlagen werden.

hier geht’s weiter zur AlterUni 2010/11


2 Antworten auf „AlterUni“


  1. 1 gesammelte Gedanken vom Treffen am 18.8. 24. August 2010 um 13:45 Uhr

    relativer Konsens:

    eine zentrale Woche wäre schön, ginge jedoch nur im Frühling nächsten Jahres wegen der benötigten Zeit zur Organisation

    um a) die Idee der AlternativUni noch in diesem Jahr belebt zu haben und b) die eingestellten Gelder des LZaS nicht ungenutzt zu lassen, sollen kleinere Projekte/Veranstaltungen im Herbst/Winter stattfinden, welche den Anspruch der AU auf anderem Weg realisieren

    Ideen fürs Gesamtkonzept Herbst/Winter:
    * dezentrales Konzept, d.h.: verschiedene kleinere und zeitlich entzerrte Veranstaltungen, mit evtl. je kleineren Organisationseinheiten, an verschiedenen Orten in- und außerhalb der Uni; kurz: parallele Projekte als Teile der AU je nach Neigungen der einzelnen
    * wenn so kleinere Projekte dann dennoch eine übergeordnete Koordinierung durch alle mit regelmäßigem Treffen (welche eine Gesamtidee eint und sich gegenseitig konstruktiv und kritisch reflektiert)
    * wöchentliche Treffen zur Koordinierung und Gedankenaustausch
    Ideen der AU beibehalten (Treffpunkt und Austausch, alternative Bildungsinhalte und Gesellschaftskritik, gemeinsame und gegenseitige Bildung, freie Zugänglichkeit und Verbindung gerade auch mit Nicht-Studierenden)
    * Erstellung und Publikation eines gemeinsamen Planes von Veranstaltungen
    * diskutierte Idee des Oberthemas „Alltag aufbrechen“ und Einordnung der verschiedenen Themen
    * frühe Kommunikation mit dem Stura über das veränderte Aussehen der AU dieses Jahr und eine bereits beginnende Planung einer AU für 2011
    * Einbeziehung von und Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen und Netzwerke in Jena, um die studentischen Kreise auch zu überschreiten
    * Suche nach einem zentralen Treffpunkt, einem Raum, in dem auch wichtige Materialien aufbewahrt werden können

    Ideen, die geäußert wurden (Sammelsorium, unvollständig)
    (die Ideen kamen von einzelnen und wurden mehr oder weniger begeistert von den anderen aufgenommen)

    * autonome / freie Seminare mit einem Thema, eher mit wenigeren Leuten, wissenschaftlich, auch mit Einladung von Referenten, evtl. mit einem konkreten Ziel, auf das hingearbeitet und welches dann in irgendeiner Form verbreitet/veröffentlicht wird
    * Stammtische zu einem Thema: regelmäßiger öffentlicher und lockerer Austausch zu einem Thema bzw. zum Austausch von (kritischen/politischen) Wissen von Menschen zu den je eigenen Themen
    * praktische Bildung und nicht nur Theoretisches: z.B. workshops zu Jonglage oder Siebdruck, bei denen es statt um Konsum und selber machen und gemeinsam machen geht
    * alternative Methoden der gemeinsamen Arbeit: z.B. Erarbeitung eines Straßentheaterstückes mit kritischen Inhalten, die die alltägliche Routine aufbrechen
    * komplizierte Themen wie das Finanzsystem den Menschen nahe bringen bzw. die Probleme des bestehenden Systems und die Möglichkeiten alternativen Wirtschaftens diskutieren
    * fundierte Kapitalismuskritik
    * Ernährungsproblematik
    * Vorträge und Diskussionen
    * Zusammenarbeit mit dem soziologischen Institut in Fragen der Kritik des wissenschaftlichen Alltages
    * Seminar: hierarchiefreies Miteinander

    Hier nun: eigene Ideen und Konzepte noch mal klarer ausmalen; Gedanken zum Gesamkonzept unter Berücksichtigung der unterschiedlichen gehörten Ideen

  2. 2 Kirsten 24. August 2010 um 14:08 Uhr

    eine Idee von vielen, worauf ich selbst Lust hätte, weitergedacht die Idee eines freien Seminares (s.o.):

    nicht ein Seminar nur zur eigenen Weiterbildung und Diskussion, sondern ein Forschungsprojekt . Wissenschaftlich, mit nicht allzu vielen Leuten (ca. 3-12) und dennoch offen (auch teils öffentlich beworbenen Veranstaltungen), kontinuierlich und koordiniert, auch über einen längeren Zeitraum hinaus, kritische Wissenschaft, theorieuntermauert bzw. -reflektiert, am Ende mit einem (wie auch immer) publizierbaren Ergebnis und alternativen Lösungsansätzen, auch Einladungen von Referenten/Mitdiskutanten möglich

    mich interessierende Themen, es kann erhellend und enthüllend sein sollte auch eine Suche nach Alternativen Konzepten umfassen:
    * Außenpolitik/Krieg/Deutschland/Akteure im Diskurs;
    * Think Tanks wie die DGAP, CAP, INSM uvm.;
    * Bildungs- und Hochschulpolitik – Paradigmen, Gesetze, Kapitalismus, Parteien usw.;
    * Wandlungen des Kapitalismus und evtl Auswirkungen auf lokaler Ebene;

    zu erstem und zweitem habe ich geforscht und werde auch so noch weiter forschen

    Uni ist nicht nur Lehre sondern eben auch Forschung. Die AlterUni hat sich zumeist eher auf Lehre konzentriert, gegenseitig, in der Praxis oder durch Referenten, Filme und dgl. Wir haben für Didaktik, Lehrmeinungen und Studiumsstruktur eine gute Kritik, und versuchen durch ‚altenatives‘ Studieren außerhalb der Uni einfach selbst unser Ideal umzusetzen.
    ‚Alternatives‘ Forschen, um fundiertere Kritik zu üben und komplexere Themen sich tatsächlich zu erschließen, das fehlt mir selbst. Wir (Organisatoren und Besucher) fanden es alle öfters schade, wenn ach so spannende Veranstaltungen nach maximal 2 Stunden in abnehmender Resonanz verhallen und nur noch grob in den Köpfen des Einzelnen verbleibt oder dieser allein sich noch mal intensiver beschäftigt. Ich denke eine alternative Forschungspraxis, welche die Grenzen heutiger universitärer Forschung einfach beiseite lässt, ist der Schlüssel, den erst jetzt ich selbst erkenne.

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