Bundeswehr an der FSU

Alles sicher oder was?

Bereits 2008 hat sich an der FSU-Jena eine neue Hochschulgruppe (HSG) gegründet, die es wert ist, etwas genauer unter die Lupe genommen zu werden.
Die neue HSG nennt sich „SiPoliS“. Diese Abkürzung steht für „SicherheitsPolitikinteressierte[n] Studenten Jena“.1
Nach eigener Aussage, beschäftigt sich die Gruppe mit der „Außen- und Sicherheitspolitik“ der BRD. Damit wird schon klar, woher der Wind weht. Während nach außen Krieg geführt wird (EU-Außengrenze, Irak usw.) wird auch im inneren „gesichert“. Ziel der HSG ist es offensichtlich, durch Veranstaltungen für diese Politik zu werben, sie an der Uni zum Konsens zu machen und gegebenfalls Militär in der Uni zu etablieren. Letzteres ist bereits gelungen. Ohne Proteste konnte zweimal die Veranstaltung „Erfahrungen eines deutschen Soldaten im Auslandseinsatz“ durchgeführt werden, auf der offenbar (wenn auch mehr oder weniger unterschwellig)um Akzeptanz für Kriegseinsätze geworben wird.
Die HSG ist weiterhin Teil des „Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen„ (BSH)2, welcher eng mit Militär- und Wirtschaftsverbänden verknüpft ist. Der BSH ist unter anderem Veranstalter des NATO-Planspiels an verschiedenen Universitäten, in dessen Rahmen studierende schonmal Präventivkriege und Erstschläge proben dürfen. Außerdem wirbt der BSH damit, „Führungsseminare“ für „Young Professionells“ anzubieten. Hier wird also militärisches
Know-How im Sinne einer psychologischen Kriegsführung an Universitäten, direkt an Studierende vermittelt.
Ein weiterer Partner der HSG „Sipolis“ ist der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw), welcher in de Vergangenheit öfters Werbeveranstaltungen für die Bundeswehr auf dem Campus durchgeführt hat. Der VdRBw ist eines der wichtigsten Organe der Bundeswehr um an Universitäten Werbung für einen Dienst bei der Bundeswehr zu machen. Der Verband unterstützt die HSG finanziell und teilweise logistisch.

Mit dieser HSG versucht sich also ein Interessenkonglomerat aus Bundeswehr, selbsternannten Sicherheitspolitikern und Wirtschaft in der Uni zu etablieren. Dabei sollen Kriegseinsätze als humanitäre Missionen verklärt und Soldaten als die netten Jungs von nebenan dargestellt werden. Das die HSG dabei finanziell und logistisch von einem Militär-Lobbyverband, der sich auf Einsätze an Bildungseinrichtungen spezialisiert hat, spricht offensichtlich gegen ihre Objektivität. Und von einer „kritischen Begleitung“ der deutschen Sicherheitspolitik kann dann sicherlich auch keine Rede mehr sein.

Die HSG gibt es zwar bereits seit 2008, wurde allerdings erst dieses Jahr wirklich aktiv. Deshalb ist es spätestens jetzt soweit, dass der Stura und auch die Unileitung offen zu dieser HSG und zu Militär in der Uni Stellung nimmt. Außerdem dürfen Propagandaveranstaltungen der Bundeswehr nicht weiter ungestört stattfinden.

Gegen Bundeswehr in Bildungseinrichtungen!
SiPoliS aus der Uni kicken!

1) http://jena.sicherheitspolitik.de/
2) http://www.sicherheitspolitik.de/

Hintergründe zum NATO-Planspiel: http://www.jugendzeitung.net/militar-und-krieg/militarforschung-an-universitaten-%E2%80%9Enur-ein-kleiner-kreis-ist-darin-eingeweiht%E2%80%9C/
Militär in Bildungseinrichtungen: http://www.jugendzeitung.net/militar-und-krieg/psychologische-kriegsfuhrung/
Kampagne gegen Bundeswehr an Schulen: kehrt marsch

Kehrt marsch


3 Antworten auf „Bundeswehr an der FSU“


  1. 1 Magnus Merlin 25. Mai 2010 um 22:44 Uhr

    ich bin auch dafür diese Gruppe zu verbieten, da ich der Auffassung bin, dass diese die Uni Jena als Basis missbraucht um einen geheimen Putschversuch vorzubereiten, der dann in einer Militärdiktatur mit Joseph Ackermann als Führer münden wird. Mit dem Ziel zuerst Europa und dann die ganze Welt zu unterjochen. Ich habe für diese Vermutungen stichhaltige Quellen und Indizien. Ich denke, dass wir im Sinne eines reinen kommunistischen Gedankens, diese Großmachtsphantasien, die schon bald Realität werden könnten, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen müssen.
    Ich bin ein Anhänger von „Feuer mit Feuer bekämpfen“, daher würde ich vorschlagen, dass wir kommunistischen Brüder und Schwestern den nächsten Vortrag dieser Militaristen mit Jonglagebällen und Bongos bewerfen. Dann erfahren sie erstmal wie sich so ein Luftangriff von der anderen Perspektive anfühlt.

  2. 2 Peter Griffin 25. Mai 2010 um 22:58 Uhr

    Wie gut dass es in Jena noch so engagierte und intollerante Kader wie euch gibt, die nicht nur mit schlechter Recherche und Unwissen glänzen sondern auch vor politischen Realitäten die Augen schließen und sich in der Universitätslandschaft von 1968 einschließen.

    Vielen Dank dafür !

  3. 3 Peter Pan 25. Mai 2010 um 23:05 Uhr

    ich finde man sollte auch alle marxistisch angehauchten HSGs verbieten, da die für Dinge einstehen, die ich nicht gut finde. Jetzt mal im Ernst: was soll sowas Intollerantes? Ihr könnt doch nicht hingehen und versuchen Leuten die Plattform zu entziehen, nur weil ihr die nicht mögt oder für was sie einstehen. Die haben eben gewisse Interessen und machen sich die Arbeit das anderen Studenten zu vermitteln, macht so etwas nicht auch das Unileben interessanter? Verlangt ja keiner von euch, dass ihr der selben Meinung sein müsst.
    Ihr solltet im Übrigen auch versuchen nur Fakten als Fakten darzustellen. Es haben sich in eurer Darstellung einige Fehler (gewollt oder ungewollt) eingeschlichen.

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